Gestaltung


Seit Häuser gebaut werden, haben Zimmerleute und sämtliche am Bau beteiligte Handwerker ihre Arbeiten ausgeschmückt. Dies kann sehr diskret, fast im Verborgenen geschehen, oder so offen und prächtig wie beim Dachgebälk des Schlosses Sins in Paspels.

Optimal gelingt dies in dem Fall, wo die Holzarbeit nicht nur Schmuck und Zierde bedeutet, sondern auch eine konstruktive Notwendigkeit besteht.

Beeindruckend wie der Engadiner Architekt Niklaus Hartmann um 1892 die Neugestaltung der Fassade und der Dachkonstruktion des 500 jährigen Schlosses konzipierte. Durch eine filigrane, beschnitzte Dachkonstruktion und durch Sgraffitos im Stil der Renaissance wurde aus dem Landsitz ein Schloss.

Konstruktive Mängel


Die geschmiedeten Halter für die Dachrinnen wurden in die Sparren eingelassen und gleichzeitig oben als Auflager für die Schneefänger benutzt. Dies hatte zur Folge das bei starkem Schneedruck das Dach an diesen Stellen undicht wurde. Die Holzkonstruktion begann zu faulen. Der deckende ockerfarbene Anstrich des Gebälkes liess das Holz zu wenig atmen. Auch hier waren viele Stücke mit versticktem und verfaultem Holz zu ersetzen.

Restauration


Die Dachrinnen mussten neu angefertigt wer-den. Die Drachenköpfe wurden genau nach den vorhandenen Originalen kopiert. Bei der Dachunterkonstruktion wurden sämtliche Teile kontrolliert, und wenn nötig ergänzt oder komplett ersetzt. Zum Schutz gegen Wind und Wetter wurde eine dünne Schicht Imprägnieröl aufgetragen.
Original Zeichnung von Lukas Hartmann